Sharecamp 2019
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Sharecamp
Schwetzingerstadt/Oststadt: Workshop für Lehrer an der Max-Hachenburg-Schule Lernen, mit dem Tablet zu arbeiten

Gewusel an einer Schule ist an sich nichts Unbekanntes, insbesondere in den Pausen. Aber das hatte selbst die berufliche Max-Hachenburg Schule in der Schwetzingerstadt noch nicht erlebt. Es waren Lehrkräfte, die von einem Raum in den nächsten strömten. Sie hatten sich zu einem Workshop getroffen, der einen ganz neuen Namen trug: Sharecamp. Gemeint ist damit eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. Die Sitzungen dienten dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion, konnten teilweise aber auch bereits am Ende der Veranstaltung konkrete Ergebnisse vorweisen (zum Beispiel bei gemeinsamen Programmierworkshops). Hintergrund dieser Veranstaltung war, dass bei dieser Form der Fortbildung viel schneller auf Entwicklungen reagiert werden kann, als bei anderen Weiterbildungsformen. „Horizontales Lernen geht viel zu langsam im Zeitalter der Digitalisierung. Daher müssen andere Arten der Fortbildung gefunden werden“, stellte der Moderator Konrad Neufeld vom Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung in Stuttgart fest. Das Vorbereiten eines Seminars dauere mindestens zwei Jahre. In dieser Zeit habe sich die Entwicklung innerhalb der digitalen Welt ja schon überholt. Das heißt, wenn das Seminar schließlich angeboten wird, würden veraltete Inhalte vermittelt. Es sei daher wichtig, dass ein Netzwerk geschaffen werde, in dem möglichst häufig und schnell Inhalte miteinander ausgetauscht würden. Dabei kämen Schulen ohne digitale Medien fast nicht mehr aus, unterstrich auch Schulleiter Helmut Frey-Zaby, in seiner Einleitung. Dabei gehe es darum, den Unterricht auch mit neuen digitalen Hilfsmitteln zu stärken, so der Schulleiter. Daher hätten sich die beruflichen Schulen in Mannheim und der Region zusammengefunden, um dieses Format der Fortbildung einmal auszuprobieren. „Lust auf mehr“ So wurde der Nachmittag in zwei Abschnitte unterteilt. Für jeden einzelnen wurden verschiedene Vorschläge gemacht, über die miteinander diskutiert wurde. Jeder Teilnehmer suchte sich ein Thema aus, an dem er sich beteiligen wollte. Neufeld hatte dabei zu Gelassenheit angeregt: „Es ist in Ordnung, wenn einer eine Session verlässt und in eine andere geht. Auch eine andere zu besuchen ist in Ordnung“. Da sollten alle ein dickes Fell mitbringen und gelassen reagieren, so der Moderator. Der stellvertretende Schulleiter Thomas Bantle trug einige Themen vor, die den Teilnehmern interessant erschienen, wie etwa kooperative Texterstellung, wie Videos besser gestaltet werden oder digitale Schulbuchgestaltung. Interessant war zum Beispiel eine Gesprächsrunde, in der fünf Schüler den Lehrkräften erklärten, wie sie mit dem Tablet arbeiten, welche Apps dabei eingesetzt werden, und wie die verschiedenen Aufgaben dokumentiert werden. Samet möchte das Gerät bei seiner täglichen Arbeit nicht mehr missen: „Das ist auf jeden Fall hilfreich. Es erspart viel Zeit und macht außerdem Spaß“, so der Schüler. „Das war seit langem die beste Fortbildungsveranstaltung, die ich besucht habe,“ stellte ein Lehrer am Ende fest. Er nahm als Erkenntnis mit nach Hause, dass sich bei dieser Art von Fortbildung wohl auch das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler ändert. „Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr“, so eine andere Lehrerin. has

(Artikel aus dem Mannheimer Morgen, Ausgabe vom 16. Oktober 2019)
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