Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer der Zwangssterilisation im Nationalsozialismus in Mannheim
Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer der Zwangssterilisation im Nationalsozialismus in Mannheim
Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer der Zwangssterilisation im Nationalsozialismus in Mannheim
Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer der Zwangssterilisation im Nationalsozialismus in Mannheim
Digitales Mahnmal
„Weil sie meinen ich bin weniger wert wie andere“

1053 milchig-weiße Würfel zu einem großen Quader zusammengesetzt: Dieses Mahnmal des Künstlers Michael Volkmer soll an die Opfer der Zwangssterilisation im Nationalsozialismus in Mannheim erinnern. Über 1900 Menschen wurden damals gegen ihren Willen zwangssterilisiert, begründet wurde dies mit dem am 14. Juli 1933 verabschiedeten "Gesetz zur Verhinderung des erbkranken Nachwuchses".

Um die Erinnerung und das Gedenken möglichst vielfältig aufrechtzuerhalten, wandert das Mahnmal. Der erste Standort war das Amtsgericht in Mannheim. Weiter folgten die Universitätsmedizin, das Diakonissenkrankhaus und das Jugendamt. Einhergehend mit der „Wanderschaft“ des Mahnmals übernehmen jährlich verschiedene Schulen eine Patenschaft.
Sinn dieser Patenschaft ist eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema der Zwangssterilisation. Im Schuljahr 2017/2018 übernahm die Max-Hachenburg-Schule in Kooperation mit der Eberhard-Gothein-Schule diese wichtige Aufgabe.

An der MHS wurde das Projekt in den Klassen 77 (BK-Fremdsprachen „Spanisch“) und 78 (BK-Fremdsprachen „Französisch“), beides Tabletklassen, umgesetzt.
Den Schülerinnen und Schülern fiel schnell auf, dass es bisher keinen digitalen Auftritt für das Mahnmal gab und so entschied man sich dazu, eine eigene Homepage für das Mahnmal zu gestalten, die für Smartphones und Tablets optimiert ist. (http://mahnmal-ns-zwangssterilisation-mannheim.de/index.html) Dies bietet die Möglichkeit, sich mit den unterschiedlichen Aspekten der Thematik „Zwangssterilisationen“ auseinanderzusetzen. Außerdem können sich interessierte Passanten, die vor dem Mahnmal stehen, so über das Thema und die Entstehung des Mahnmals schnell und online informieren.

Neben einem interessanten Interview mit dem Künstler Michael Volkmer und einem extra erstellten Wikipedia-Artikel zum Mahnmal finden sich mehrere Podcasts. Diese machen die Vergangenheit und die Geschichte der Opfer, aber auch der Täter, hörbar. Außerdem wurden drei multilinguale Erklärvideos erstellt, um die trockene Juristensprache des Gesetzes greifbarer und verständlicher zu machen. Dass die Problematik der Zwangssterilisationen leider immer noch aktuell ist, zeigt das Interview mit Prof. Dr. Rudi Maier.

Wer sich auf der Homepage umschaut, dem wird schnell klar, dass nicht nur im Unterricht an den einzelnen Projekten und Beiträgen gearbeitet wurde. Die Schülerinnen und Schüler haben in die Patenschaft sehr viel Zeit, Know-How und Herzblut investiert, um nicht nur ein „gutes“, sondern ein „sehr gutes“ Ergebnis zu erzielen, wobei hier nicht von Noten die Rede sein soll.
Die Schülerinnen und Schüler sind zu Recht stolz auf die Umsetzung der Patenschaft an der Max-Hachenburg-Schule.

Im nächsten Jahr dürfen sich die Tulla-Realschule sowie das Karl-Friedrich-Gymnasium mit der spannenden Aufgabe der Patenschaft befassen und die erstellte Homepage als Plattform für die Präsentation ihrer Ergebnisse nutzen, wenn sie dies möchten. Denn zukünftig soll nicht nur das Mahnmal und die Patenschaft wandern, sondern auch die erstellte Homepage, um dem Mahnmal weiterhin wachsende Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Die Schülerinnen und Schüler der MHS hoffen, dass die zukünftigen Paten genauso viel Spaß an der Patenschaft und Betreuung des Mahnmals haben werden, wie sie es hatten.

Homepage zum Mahnmal
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