Besuch aus Afghanistan
Das deutsche Bildungssystem steht gut da, vor allem die duale Ausbildung wird international immer wieder gelobt

Hauptziel der dualen Berufsausbildung in Deutschland ist unter anderem die Handlungsfähigkeit und die Handlungskompetenz der Auszubildenden zu entwickeln und weiter zu fördern. Doch nicht überall gibt es ein einheitliches Ausbildungssystem, mit flächendeckenden Lehrplänen und zentral organisierten Prüfungen.
Um das in Deutschland funktionierende duale System auch in anderen Ländern zu etablieren, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein Programm zur Förderung der beruflichen Bildung in Afghanistan in Auftrag gegebene. Ziel ist der Aufbau eines leistungsfähigen formalen Berufsschulsystems. Zur Unterstützung dieses Programms durfte die Max-Hachenburg Schule Ende Oktober ihre Türen für Dr. Reinhard G. Klose von der Akademie für Internationale Zusammenarbeit sowie Herrn Obaidullah Darwish, Leiter Administration im Vorhaben “Förderung der Beruflichen Bildung in Afghanistan“, öffnen.

Aktuell werden in Afghanistan jährlich über 600000 Jugendliche ausgebildet, doch fehlt ihnen das moderne technische Know-How in Zeiten der Globalisierung. Hinzu kommen etliche Jugendliche ohne Schuldbildung, die in das Bildungssystem integriert werden müssen.
Die verschiedenen Schwachstellen des afghanischen Bildungssystems sollen im Zuge der Modernisierungsstrategie verbessert werden. 
Hierzu benötigt das Land etwa vier Mal mehr Berufsschulen (aktuell ca. 250), ganz zu schweigen von einem massiven Mangel an Lehrkräften. Derzeit unterrichten in Afghanistan rund 2700 Pädagogen. Um allerdings die gesamte Zielgruppe zu erreichen, wären etwa 70000 Lehrkräfte nötig. 

Bei dem Treffen Ende Oktober informierten Herr Frey-Zaby und Frau Kempf die Gäste nicht nur über aktuelle Schülerzahlen der MHS sowie die unterschiedlichen Ausbildungsberufe, sondern zeigten auch die Vielfältigen Möglichkeiten an Zusatzqualifikationen und Förderangeboten.
Vor allem im Bereich der Digitalisierung kann der Schulleiter der Max-Hachenburg Schule einiges berichten, da die MHS seit zwei Jahren am Schulversuch „Einsatz von Tablets im Unterricht an Beruflichen Schulen“ teilnimmt. Hierbei stehen nicht nur die individuelle Förderung und das eigenverantwortliche Lernen im Fokus, sondern auch der Auf- und Ausbau einer kritischen Medienkompetenz und die Optimierung der Lernprozesse und Steigerung der Unterrichtsqualität. Ergänzt wurden die Berichte durch einen Rundgang und das praktische Kennenlernen der sehr guten medialen Ausstattung an der kaufmännischen Berufsschule, sodass die Gäste viele spannende Impressionen erhielten.

Es zeigte sich ein sehr spannender Austausch, bei dem alle Beteiligten interessante Eindrücke und Einblicke in das jeweilige Bildungssystem und den aktuellen Entwicklungsstand im Beruflichen Bildungsbereich erhielten.
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